"Kommts auf d´ Schmelz"

Einmal im Jahr lädt Hedy Slunecko-Kaderka ins Schutzhaus "Zukunft auf der Schmelz" ein und verwöhnt das Publikum mit hochkarätigen Darbietungen. Heuer sorgten das Duo Steinberg-Havlicek, das Konzert- Akkordeon-Duo GOLA und Kurt Strohmer und seine Hawara vom Hawara-Club Wasserwiese für tolle Stunden. Überraschungsgast war Prof. Marika Sobotka.
     

Kurt Strohmer, Traude Holzer und Peter Havlicek

Hedy Slunecko-Kaderka lud, wie jedes Jahr, heuer zum 9. Mal, mit hochkarätigen Darbietungen zu ihrem Wienerliedabend ein. Kurt Strohmer, bekannter Entertainer und Boss des „Hawara-Clubs“ im Schutzhaus „Wasserwiese – Untere Donau“, führte durch das Programm und begrüßte als erstes Hightlight das Duo „Steinberg & Havlicek“. Kurz beschrieben steht man zwei Künstlern und einer Kontragitarre gegenüber und denkt sich: Was kommt da auf mich zu? Doch schon nach dem ersten Lied weiß man, was die beiden zu bieten haben: Traude Holzer, Gesang, in Neuberg an der Mürz zuhause, Tochter eines Zither spielenden und Wienerlied singenden Wirtes, hat dadurch ihre Liebe zum Wienerlied entdeckt und die begeisterten Wiener Gäste „lockten“ sie mit der Zeit musikalisch über den Wechsel – Resultat: eine Steirerin wird zu einer wohl besten Wienerlied-Interpretinnen mit einem anspruchsvollen Repertoire.

Peter Havlicek ist ein waschechter Wiener und hat bereits mit elf Jahren Gitarre zum Lebensinstrument gewählt. Seine Auftritte spannen sich vom Wiener Konzerthaus über die Jan Sibelius Akademie in Helsinki bis zu Wiener Heurigenlokalen, ist bei den „Neuen Wiener Concert Schrammeln“ und „DES ANO“ als Kontragitarrist vertreten usw.

Doch zurück zu „Steinberg & Havlicek“. Ausgehend von den Blue Notes des Jazz erschlossen sie gemeinsam die „blauen Noten“ des Wienerliedes, von dem sie bis heute nicht wegkamen und begeistern jedes Mal aufs Neue ihr Publikum und so auch jenes auf der Schmelz.

Nach einer kurzen Pause kam die zweite Attraktion und damit ein Ohrenschmaus à la carte: das GOLA Akkordeon-Duo Prof. Gertrude Kisser und Prof. Felix Lee ließen ihre Finger bravourös und unnachahmlich über die Tasten fliegen und verwandelte das altehrwürdige Schutzhaus in einen Festsaal. Prof. Felix Lee studierte am Konservatorium der Stadt Wien Akkordeon, Klavier und Komposition und tritt seit langem mit seiner Musik- und Lebenspartnerin Prof. Gertrude Kisser auf und viele Kompositionen aus eigener Feder sind ganz besondere „Leckerbissen“, wie z. B. „Die Schlußfahrt“, „Die 60er Tanz“, „Bonjour Madame“ und andere. Diese „fingerakrobatischen“ Bravourstücke wurden dem mucksmäuschenstillen Publikum zu Gehör gebracht und ein nie enden wollender Applaus mit Zugaberufen war der Dank dafür. Eine gelungene Überraschung war der Auftritt von Prof. Marika Sobotka, die von einer privaten Veranstaltung zur Schmelz geeilt kam um den Gästen und Hedy Slunecko-Kaderka Freude zu bereiten und gemeinsam mit dem Gola-Duo ein paar schöne Wienerlieder und ein Evergreen-Potpourri zum Besten zu geben. Für diesen tollen Überraschungseinsatz wurde auch ihr mit viel Applaus gedankt.

Prof. Marika Sobotka, Prof. Gertrude Kisser und Prof. Felix Lee

Im dritten Teil des Programm wurde es dann „urgmüatlich“. Kurt Strohmer und seine Hawara, Franz Zachhalmel am Akkordeon und Peter Herbst an der Gitarre, zogen alle Register ihres Könnens und unterhielten die Gäste, bis diese vor Lachen und Klatschen erschöpft waren, mit Wienerliedern, Witzen und viel Schmäh, wie man es von „echte Hawaran“ erwartet.

Der krönende Abschluß dieser hochkarätigen Veranstaltung war die kurze aber umso kräftigere Playback-Show Kurt Strohmers mit einigen seiner Lieder wie z. B. „Abschied vom Liebhartstal“ – und eines seiner schönsten Lieder „Traumstadt Wean“. Dieses singt er zur Melodie von „New York, New York“, hat er doch als weltweit einziger Künstler die Genehmigung des US-amerikanischen Verlages erhalten, diesen Welthit mit einem Fremdtext exlusiv aufzunehmen. Er ist nämlich, und das sei besonders hervorgehoben, ein Verfechter der deutschen Sprache bei seinen Liedern. Zu seinem 25jährigen Bühnenjubiläum veröffentlichte er eine Single die hier genannt werden muß, so schön ist sie: „Wann der Himmel want“. Mit 14 Jahren stand er bereits mit Wienerliedern auf der Bühne und trat im Laufe der Jahre nicht nur in Wien sondern auch bei Auslandstourneen auf. Kurt Strohmer gilt als vielseitiger Mensch, er schreibt nicht nur alle seine Texte selbst, er ist auch in den verschiedensten Bereichen der Musik zuhause. Egal ob Wienerlied, Austro Pop, Musical, Klassik oder Rat Pack, er beherrscht alle Sparten perfekt.

Zum Schluß sei noch der herrvoragenden Beschallung, ausgerichtet von Gerry Hornek gedankt, bis ins letzte Eckerl war alles richtig dosiert und gut zu hören. Und so nahm ein wunderschöner Abend mit einem zufriedenen Publikum sein Ende und nächstes Jahr im Herbst gibt es ein Jubiläum: 10 Jahre „Kommt‘s auf d‘ Schmelz“.
     
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erstellt am 18. 10. 06